Samstag, 2. September 2017

iPad im Studium - Fragen und Antworten


Für wen eignet sich ein iPad? Was muss ich vor der Anschaffung beachten? Muss es wirklich ein Apple-Gerät sein? Und wie geht es weiter, wenn die Investition erst einmal getätigt wurde? Nachdem ich an anderer Stelle bereits einen Überblick darüber gegeben habe, inwieweit mich mein iPad im Studienalltag begleitet, gab es von Eurer Seite noch eine ganze Reihe Fragen, auf die ich in diesem Beitrag eingehen möchte. 




Ich bin ein Papiermensch - trotzdem ein iPad?

Ich dachte immer, ich sei ein Papiermensch. Ich lese viel, habe ein ganzes Regel voller Büchern, weigere mich immer noch, auf einen eReader umzusteigen - das Gefühl, in richtigen Büchern zu lesen, ist schließlich nicht durch etwas Technisches zu ersetzen. Das denke ich immer noch. Ich bin ein Papiermensch. Doch gilt das auch für mein Lernleben? Muss ich Lehrbücher wirklich vor mir liegen haben? Ist es nötig, jedes Fachbuch im Regal stehen zu haben? Braucht man all die Textmarker, Fineliner und Ordner? Ich brauche all das nicht, nicht in meinem Lernleben. Festgestellt habe ich das in meiner ersten Woche als Studentin, im Hörsaal. Der Vorlesung folgen und dabei auf herkömmliches Papier schreiben, ständig blättern und bei Unklarheiten das Handy aus der Tasche kramen, um das Internet um Rat zu fragen - genau das hat für mich nicht funktioniert. Und auch das Mittippen auf dem Laptop hat sich spätestens dann als unpraktisch herausgestellt, als der Chemiedozent erste Strukturformeln angezeichnet hat. Letztendlich bin ich, ein eigentlicher Papiermensch durch und durch, ins kalte Wasser gesprungen und mit dem iPad wieder aufgetaucht. Seitdem schwimmen wir gemeinsam durch das Studium. 

Welche Vorteile bietet ein iPad im Unialltag?
Die Vorzüge eines iPads sind ziemlich einleuchtend: Ein solches Gerät ist klein, leicht und handlich, beinhaltet alles, was man eigentlich schwer mit sich herumtragen müsste: Bücher, Blöcke, Stifte. Man hat Zugang zum Internet und zu diversen Lernangeboten, die es in konventioneller Form nicht gibt, im Medizinstudium zum Beispiel auf Apps, die eine dreidimensionale Darstellung körperlicher Strukturen ermöglichen. Auch kann man Videos in seinen Lernalltag einbeziehen, und so ein iPad ist nicht zuletzt freundlich für Rücken und Umwelt.

Was sind die Nachteile?
"Nachteil" Nummer Eins ist auf den ersten Blick sicherlich der Preis, der gezahlt werden muss, wenn die Investition eines iPad getätigt werden soll. Zwar gibt es bereits Universitäten, die iPads kostenlos an ihre Studenten verleihen, die meisten Studenten jedoch müssen in die eigene Tasche greifen, wenn sie ein iPad ihr Eigen nennen möchten. Weniger schmerzlich ist die Ausgabe, wenn man bedenkt, dass ein iPad über - hoffentlich - viele Jahre seinen Zweck erfüllen wird. Der klassische "Papier-Student" etwa lässt regelmäßig Geld im Copyshop, anstatt einmal eine große Summe Geld zu investieren.
Ein anderer Nachteil ist - manchmal - die Tatsache, dass es sich bei einem iPad um ein technisches Gerät handelt. Und wo Technik im Spiel ist, besteht natürlich die Gefahr, dass etwas schief läuft. Die Auswirkungen von "Unfällen" (iPad runtergefallen, Wasserschaden o.Ä.) lassen sich durch regelmäßige Sicherung der gespeicherten Daten zwar relativieren, um die Situation des "Ich habe ganz vergessen, mein iPad aufzuladen und sitze jetzt vor schwarzem Bildschirm in der Vorlesung" bin allerdings auch ich das ein oder andere Mal nicht herumgekommen - was dann aber eher meine eigene Schuld war. 

Muss es wirklich ein iPad sein? Wie sieht es mit Apple-Alternativen aus?
Man kann ganz klar sagen, dass die Vorteile, die ein Studieren mit dem iPad bietet, auch durch Tablets anderer Hersteller geboten werden können. Prinzipiell geht es schließlich darum, digital zu arbeiten, einen kompakten Begleiter zu haben und auf das ein oder andere lernerleichternde Angebot zurückgreifen zu können. Ob es wirklich ein iPad sein soll, hängt zunächst sicherlich von eurem eigenen Geschmack ab. Bekanntermaßen ist nicht jeder ein Fan von Apple-Produkten, wobei gesagt werden muss, dass auch Surface und Co. dem iPad preislich nicht viel ergebener sind. Da ich mich nie mit Alternativen anderer Marken beschäftigt habe, kann ich nur für das iPad sprechen, hierfür aber versichern, dass es alles bietet, was ich für mein Studium brauche. Da meine Universität auch speziell Programme für das iPad zur Verfügung stellt, wäre es in meinem Fall vielleicht sogar nachteilig, ein Alternativprodukt zu besitzen. All das hängt aber vom Einzelfall ab. 

Welches iPad ist für mich geeignet? 
Solltet Ihr euch für ein iPad entscheiden, müsst Ihr auch noch zwischen verschiedenen Modellen wählen. iPad Air, iPad Mini, iPad Pro - das Sortiment ist breit aufgestellt. Zu erwähnen ist, dass der markeneigene digitale Stift, der Apple Pencil, nur mit dem iPad Pro kompatibel ist. Auf allen anderen iPad-Modellen könnt ihr  mit günstigeren Stiften anderer Hersteller ebenfalls digital mitschreiben, allerdings gibt es dann häufig Einschränkungen im Schreibfluss, wie ich bei Kommilitonen beobachtet habe. Mit dem Apple Pencil gibt es diesbezüglich keine Probleme.  

Der Apple Pencil: Wie ist das Schreibgefühl? Kann man den Handballen ablegen? 
Womit wir bei den nächsten Fragen wären. Der Apple Pencil wird über Bluetooth mit dem iPad verbunden. Alle paar Tage muss er aufgeladen werden. Solltet ihr vergessen haben, ihn Zuhause übers Kabel ans Stromnetz anzuschließen, könnt ihr ihn auch spontan an eurem iPad selbst aufladen, sodass die Situation, in der Ihr wegen akkuleerem Stift nicht schreiben könnt, quasi gar nicht existiert. Das Schreiben selbst funktioniert sehr flüssig und liefert genauso gute Ergebnisse wie mit normalem Stift auf Papier, es ist sogar fast schon einfacher, da man digital keinen "Druck" auf die Unterfläche ausüben muss, wie es etwa beim Schreiben mit einem Kugelschreiber der Fall ist. Auch kann man auf dem iPad Pro, in Verbindung mit dem Apple Pencil, den Handballen während des Schreibens problemlos auflegen. Genau hier liegt das Problem herstellerfremder Bluetooth-Stifte in Verbindung mit anderen iPad-Modellen: Besagte Kommilitonen müssen oft sehr exotische Handhaltungen einnehmen, um etwa mit dem Handballen keine ungewollten Striche über das Blatt zu ziehen. 


Welche Bildschirmgröße ist optimal?
Das iPad Pro gibt es in einer großen und in einer kleinen Version. Ich selbst besitze die kleinere, 9,7"-Version (das neue iPad ist in der kleinen Version minimal größer) und bin sehr zufrieden damit. Es ist definitiv nicht zu klein, um darauf mitzuarbeiten und passt problemlos in jede Tasche und auf jeden Hörsaaltisch. Falls ihr iPad und Stift (auch) zu künstlerischen Zwecken verwenden möchtet, ist die Überlegung, in die größere Version zu investieren, eventuell sinnvoll - für rein studiumsmäßige Zwecke aber absolut nicht nötig. Doch natürlich ist auch das Typsache und es ist generell empfehlenswert, sich iPad und auch Stift vorher in einem Elektromarkt anzusehen und auszuprobieren. Zur besseren Vorstellung: iPad neben A4-Block.


Wieviel Speicherplatz sollte das iPad haben? 
Ich habe mich für die 128GB-Version entschieden, da ich nicht sicher war, ob die Version mit weniger Speicherplatz ausgereicht hätte. Die nächstgrößere Version hingegen hielt ich für übertrieben, da ich nicht mal auf meinem Laptop über 200GB Speicher brauche. Meine Version ist im Übrigen vollkommen ausreichend. Die Speicherung meiner Dokumente läuft ohnehin über Clouds, weshalb der meiste Speicherplatz von Apps und eBooks belegt ist. Und solange ihr das iPad ausschließlich für Bildungszwecke verwendet - also nicht auch noch für massenhaft Musik, Filme, Serien oder Ähnlichem - sollte eine kleine Version ausreichen.

Brauche ich das iPad mit SIM-Karte oder reicht die Wifi-Version? 
Sprich: Brauche ich mobiles Internet oder ist es sinnvoll, sich nur auf Wlan zu verlassen? Ich war so riskant und habe mich, nicht zuletzt aus preislichen Gründen, für die reine Wifi-Version entschieden. Dazu muss gesagt werden, dass die Gebäude meiner Universität über die ganze Innenstadt verteilt liegen, sodass man eigentlich immer einen Wlan-Zugang findet, egal wo man gerade ist. Unterwegs ist es natürlich ab und an unpraktisch, keinen Internetzugang zu haben, oft muss man aber nur schnell etwas googlen, was mit dem Smartphone geschwind erledigt ist. Für das Bearbeiten von Dokumenten auf dem iPad selbst braucht man übrigens kein Wlan. Solltet ihr eure Lehrtexte allerdings über eine Online-Plattform (z.B. ViaMedici) beziehen und unterwegs arbeiten wollen, ist eine SIM-Karte womöglich keine schlechte Idee.

Welches Schreibprogramm ist empfehlenswert?
Auf Empfehlung einer Kommilitonin hin habe ich mir damals die App "GoodNotes" heruntergeladen, dafür musste ich einmalig 8€ bezahlen, was bei ähnlichen Apps wie "Notability" allerdings auch nötig ist. Dafür, dass man für diesen Preis ein vollwertiges Programm erhält, das einen die nächsten Jahre lang täglich begleiten wird, ist der Kostenpunkt nichts, was abschrecken sollte - und definitiv besser, als sich mit einer kostenlosen, aber werbeüberfluteten und funktionsarmen Light-Version herumzuschlagen. Über GoodNotes könnt ihr Dokumente (auch Vorlesungsfolien) in Ordnern verwalten, Papiergröße (z.B. DIN-A4) und Blattmuster (kariert, liniert, blank,...) einstellen, zwischen verschiedenen Stifttypen und Stichstärken wählen, darunter natürlich auch Textmarker. Ihr könnt Grafiken in euer Dokument einfügen, Formen und Tabellen - um nur die wichtigsten Möglichkeiten eines solchen Programms zu nennen. 


Braucht man die optionale Tastatur für das iPad? Kann ein iPad einen Computer/Laptop ersetzen?
In Programmen wie GoodNotes könnt ihr natürlich auch getippten Text einfügen, und auch für E-Mails und Co. kommt man mit einem digitalen Stift nicht weit. Ich selbst benutze nur die interne Tastatur (also die auf dem Display) und habe eine externe Tastatur bisher nie vermisst. Allerdings verwende ich mein iPad auch nicht als Computer-Ersatz, was laut Hersteller aber Sinn eines iPad Pros sein kann. Da das Betriebssystem des iPads durch die Apps allerdings eher an ein iPhone als an ein MacBook erinnert, ist es für mich schwer vorstellbar, alleinig das iPad zu verwenden, zumal ich meinen Laptop nach wie vor regelmäßig verwende, zum Beispiel dann, wenn es um das Verfassen langer Texte geht.

Wie erfolgt der Datentransfer vom iPad auf andere Geräte? Wie sieht es mit BackUps aus?
Wie bereits erwähnt, arbeite ich viel mit Cloud-Systemen, sodass ich mein iPad bisher kein einziges Mal an einen Computer anschließen musste. Zwischen verschiedenen Apple-Geräten können Dateien jeder Art außerdem über Bluetooth (= AirDrop) übertragen werden, falls es schnell gehen soll. Auch BackUps meiner Dokumente speichere ich in einer der mobilen Datenwolken bzw. lasse sie darin speichern. Das funktioniert ganz automatisch, sodass ich mir über die Absicherung meiner Daten nicht regelmäßig bewusst Gedanken machen muss. Gängige Clouds sind iCloud, Google Drive und Dropbox.

Zubehör: Welche Hüllen sind empfehlenswert? Wie kann man den Stift "verstauen"?
Wer sich ein so teures Gerät anschafft, möchte Kratzer verständlicherweise vermeiden. Daher habe ich sogar eine Schutzfolie auf den Bildschirm geklebt, wobei der Apple Pencil diesen mit seiner Gummispitze sicherlich nicht verkratzt. Zusätzlich liegt mein iPad in einer Hülle, die auch den Nutzen hat, das iPad "aufrecht" hinzustellen, also nicht zwingend auf dem Untergrund liegen zu haben, wie es bei einem Blatt Papier ja immer der Fall ist. Damit der Apple Pencil nicht lose in meiner Tasche liegt oder ich ihn zuhause vergesse - sprich, damit er immer beim iPad ist - habe ich auch eine Art "Stifttasche", die ganz einfach an der Hülle des iPads befestigt werden kann.
So viel zu den häufigsten Fragen rund ums Thema "iPad". Sollten noch weitere Fragen auftauchen, werde ich solche an dieser Stelle ergänzend beantworten.

Kommentare:

  1. Hallo liebe studylikegranger,
    ich habe eine Frage bezüglich des Ausdruckens von den Mitschriften auf GoodNotes.
    Wenn ich Seiten ausdrucke, auf denen ich mit dem Textmarker gearbeitet habe, wird auf dem Ausdruck lediglich der Textmarker, nicht aber die markierte Schrift abgebildet und teilweise sieht der Textmarker auch "fleckig" aus obwohl er in digitaler Form ganz normal aussieht. Ich habe es auch schon mit verschiedenen Druckeinstellungen und Formaten (als Pdf, als GoodNotes Dokument etc.) probiert, aber es ändert sich nichts.
    Hast du auch schon damit Erfahrungen gemacht und weißt eventuell wie man das "beheben" kann?

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    1. Hey, ich benutze auch GoodNotes und drucke meine beschrifteten Vorlesungsfolien dann aus. Allerdings kenne ich das Problem, das du beschreibst, nicht. Druckst du direkt über die GoodNotes App? Vielleicht liegt es daran. Ich synchronisiere meine Dokumente zunächst mit iCloud Drive, öffne diese dann auf meinem MacBook und drucke sie aufgrund mehr Einstellungsmöglichkeiten (z.B. mehrere Folien pro Seite) von dort aus. Mit dieser Methode hatte ich noch nie Probleme.

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