Mittwoch, 21. März 2018

ORGANISATION - Tipps für Studium & Alltag


Wer kennt es nicht: „Dieses Mal wird alles anders“, hat man sich gesagt, vielleicht zu Jahresbeginn oder zu Semesteranfang. Nie wieder hinterherhinken, zu spät kommen, Termine vergessen, die Wohnung im Chaos enden lassen. Doch plötzlich steht er wieder da, der Riesenberg unerledigter Aufgaben, hinten sitzen einem die Fristen im Nacken, und der Überblick über Haushalt und Hobbies ist irgendwie auch verloren gegangen. Dabei sind die Möglichkeiten, sich zu organisieren, vielfältig, gar nicht mal so zeitaufwendig, oft bloß kleine Tricks, die den Alltag ungemein vereinfachen können. 

SEI MOTIVIERT, SEI DISZIPLINIERT 
Leichter gesagt als getan, aber der Grundbaustein schlechthin. Die gute Nachricht: Wenn du vorhast, etwas Ordnung in deinen Alltag zu bringen, dann ist die Motivation für dieses Vorhaben schon längst vorhanden – wahrscheinlich bist du freiwillig auf diesen Artikel gestoßen, vielleicht hat dich sogar eine regelrechte Organisationslust gepackt. Falls du dem Planungswahn noch nicht verfallen bist, oder die Motivation bei deinen bisherigen Organisationsversuchen schon nach drei Tagen spurlos verschwunden ist: Sei diszipliniert, dann klappt’s auch. Wer am Ball bleibt, den wird irgendwann das Gefühl überkommen, dass man „sein Leben ziemlich gut im Griff hat“, dass ein organisiertes Leben irgendwie zur Gewohnheit geworden ist (man denkt nicht mehr übers Planen und Ordnen nach, man macht es einfach) – Es läuft wie am Schnürchen, und die Motivation, bzw. der Spaß für alles Weitere, folgt von ganz allein.
Motivation hin oder her, wie bringt man denn nun Organisation in seinen Alltag? 

VON PLANERN UND TO-DO-LISTEN 
Die Läden sind voll von Terminkalendern, in der hintersten Schubladenecke findet jeder von uns alte Klebezettel und Notizbücher, und wer auf dem Gebiet so gar nicht ausgestattet ist, dem bleibt trotzdem noch die Möglichkeit, zu Zettel und Stift zu greifen. Obwohl ich mich auch ohne Nachsehen bei Facebook an die Geburtstage meiner Freunde erinnern kann und selten Termine oder Fristen vergesse, ist Organisation für mich keine reine „Kopfsache“, das heißt ich verlasse mich nicht darauf, nicht doch irgendwann einmal irgendetwas zu vergessen – Auf „Nummer Sicher“ gehe ich also dadurch, dass ich Kalender und Listen führe. Wie genau?
Einen Taschenkalender führe ich seit einiger Zeit nicht mehr, da ich – bedingt durch mein Studium mit seinem unregelmäßigen Stundenplan – auf meinen elektronischen Handy-/iPad-Kalender angewiesen bin. Stattdessen verwende ich einen Wochenplaner, in den ich einmal wöchentlich, meist sonntagabends, feste Termine und Fristen eintrage. Angepasst daran trage ich zusätzlich Aufgaben/Aktivitäten ein, die in jeder Woche vorkommen sollen, Dinge wie Wäschewaschen, Einkaufen oder der Gang zum Sport, aber auch seltene oder einmalige Erledigungen wie ein Gang zum Amt oder der Weg zur Blutspende. 
Für jeden einzelnen Tag schreibe ich mir, falls ich daran denke, am Abend vorher – oder den vorherigen Tag über – eine To-Do-Liste mit kleinen Dingen, an deren Erledigung ich denken muss: Zur Post gehen, Altglas wegbringen, beim Friseur anrufen, das Praktikumsskript für Donnerstag lesen, solche Dinge eben. Ich schreibe diese Listen meist in ein kleines Notizbuch, natürlich kann man sie auch in den Wochenplan selbst oder in Taschenkalender oder Smartphone eingeben. 

PRIORITÄTEN SETZEN, FREIZEIT BEACHTEN 
Plant man seine Woche, dann neigt man unter Umständen dazu, sich zu übernehmen und stellt hinterher fest, dass all die Dinge, die man sich vorgenommen hat, in dem Maß gar nicht realisierbar sind, oder aber man lässt bei seiner Planung bewusst Aufgaben weg, zum Beispiel in Klausurphasen, weil man sich den Gang ins Fitnessstudio zeitlich nicht leisten könne, oder die Zeit für den Gang zum Supermarkt durch das Bestellen von Essen oder „einmal mehr Nudeln mit Tomatensauce zum Abendessen“ eingespart werden kann. Daher mein Vorgehen: unantastbare Prioritäten setzen. Wenn ich mir vornehme, mindestens zweimal wöchentlich laufen zu gehen, dann gehe ich auch zweimal die Woche laufen, plane das fest ein und ziehe es schlussendlich durch. Wenn ich mir vornehme, mir jeden Tag mindestens eine Mahlzeit frisch selbst zuzubereiten, dann mache ich das auch. Gleiches gilt für jedes andere Hobby oder Vorhaben, das ihr insgeheim nicht vernachlässigen wollt, aber eventuell mit einem schlechten Gewissen konnotiert. Fokussiert eure Prioritäten nicht nur auf Uni oder Beruf. Genauso wichtig wie die Zeit zum Lernen ist auch die Zeit, die ihr euch für euch selbst nehmt, und für andere. 

GEWOHNHEITEN SCHAFFEN 
All die Dinge, an die wir uns regelmäßig erinnern müssen, die uns noch nicht ins Blut übergegangen sind wie das mehrtägliche Zähneputzen oder Händewaschen und Wassertrinken, sind noch keine Gewohnheiten. Es gibt Tätigkeiten, die können sicherlich niemals oder nur schwer zur Gewohnheit werden, aber gerade kleine Aufgaben können leicht zur Routine werden und Struktur in den Alltag bringen. Ein paar Beispiele: 

>> Tasche abends packen 
Je nachdem, was ihr mit euch herumtragt, muss hier gar nicht viel gemacht werden. Da ich für mein Studium selbst eigentlich nur mein iPad in der Uni benötige, muss ich abends daran denken, es ausreichend aufzuladen. Aber auch eine volle Wasserflasche vergisst man nicht so leicht, wenn man sie schon abends einsteckt und nicht in der Hektik am Morgen vergisst. 

>> Jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehen 
Klingt grausam, ziehe ich auch selbst nicht strikt durch, schon gar nicht an Wochenenden, ist aber hilfreich, zumindest zur groben Orientierung. Warum ist das überhaupt sinnvoll? Als ich mein Pflegepraktikum absolviert habe, musste ich jeden Tag um fünf Uhr aufstehen. In den ersten Tagen war es die Hölle, in der Bahn bin ich fast eingeschlafen, beim Blutdruck- und Fiebermessen musste ich mir das Gähnen verkneifen. Nach etwa zwei Wochen war das frühe Aufstehen aber gar kein Problem mehr, man gewöhnt sich daran. Selbstverständlich empfehle ich euch nicht, um fünf Uhr aufzustehen – das Experiment, an „normalen“ Tagen jeden Tag während eines bestimmten Zeitraums schlafen zu gehen (z.B. zwischen 22:30 und 23:00), um den Wecker für den nächsten Tag auf 6:30 zu stellen, könnt ihr ja trotzdem starten. 

>> Jeden Abend kurz aufräumen
Um Großputze, zumindest um das totale Chaos zu vermeiden, lohnt es sich, fünf Minuten des Tagesendes damit zu verbringen, einmal durch Zimmer oder Wohnung zu gehen und zum Beispiel alles wieder an seinen Platz zu räumen. Gerade Orte, an denen ihr euch viel aufhaltet, sei es der Schreibtisch, der Küchentisch oder das eigene Bett, sammeln sich Dinge an, die dort eigentlich nicht hingehören. Das bestberüchtigte Phänomen: Der Kleiderstuhl. Tagsüber Klamotten auf dem Bett zu stapeln, sie dann abends auf einen Stuhl zu legen, um sie am nächsten Morgen wieder umzuladen und so weiter, muss nicht sein. Einfach Abends die jeweilige Kleidung wegräumen und das Problem ist gelöst. Gleiches gilt fürs Abwaschen: Da in einem Einpersonenhaushalt nicht so viel schmutziges Geschirr anfällt, wasche ich „nur“ einmal täglich ab, jeden Abend. 

PRODUKTIVSTE ZEIT, PRODUKTIVSTER ORT 
Wenn es ums Lernen oder Arbeiten geht, ist es hilfreich zu wissen, wann und wo ihr am produktivsten sein könnt. Wann und wo, das müsst ihr selbst herausfinden, durch Ausprobieren. Ist der Weg in die Bibliothek notwendig oder reicht der eigene Schreibtisch? Schaffe ich vielleicht morgens viel mehr in kurzer Zeit, obwohl ich doch bis jetzt normalerweise möglichst lang ausgeschlafen habe, um dann nachmittags die Bücher zu öffnen? Vielleicht spielen Zeit und Ort bei euch auch gar keine Rolle und ihr könnt euch an diese Umstände gut anpassen. Solltet ihr aber feststellen, dass ihr hier hinsichtlich eurer Produktivität Präferenzen habt, wäre es doch schade, diese zu „übersehen“ und eure restliche Tagesplanung nicht daran zu orientieren. 

HANDY WEG BEIM LERNEN UND ESSEN
Scheint auf den ersten Blick recht widersprüchlich, denn wer WhatsApp-Nachrichten beantwortet, während er sein Müsli isst, oder während des Lernens hie und da einen Blick ins Postfach oder den Newsfeed wirft, erledigt mehrere Dinge gleichzeitig und schafft dadurch unterm Strich mehr in kurzer Zeit – wenn er Essen und Lernen dabei nicht vernachlässigt, Letzteres wahrscheinlich schon. Man schenkt einzelnen Dingen nicht mehr die volle Aufmerksamkeit, Aufgaben werden nebensächlich, gerade beim Lernen ist das Handy Ablenkungsfaktor Nummer eins, und zwar wäre es übertrieben, nicht ab und zu während des Essens, vor allem dann, wenn kein Gesprächspartner dabei ist, auf das eigene Handy zu schauen, aber viel öfter sollten wir unsere mobilen Begleiter auch einmal beiseitelegen – wie in den guten alten Zeiten. Denn Smartphones sind Stressfaktoren, in gewisser Weise. 

CLEVER EINKAUFEN
Prospekte zu lesen, Preise zu vergleichen und Einkaufslisten zu führen spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit – nämlich dann, wenn man im Supermarkt steht und seinen Einkaufswagen gezielt füllt, oder wenn man den Kühlschrank öffnet und nicht erst lange überlegen muss, was heute auf dem Teller landen soll. Ich überlege mir zu Wochenbeginn (meist Sonntagabend, wenn ich auch meinen Wochenplaner ausfülle) grob, was ich die Woche über essen möchte. Bonusaspekt für alle „Foodies“ dort draußen: Auf einige Tage freut man sich dadurch sogar regelrecht, beispielsweise dann, wenn das Lieblingsessen auf den Speiseplan gesetzt wird. 
Auch solltet ihr regelmäßig eure Vorräte durchgehen, um zu erfassen, welche Lebensmittel noch da sind und eventuell aufgebraucht werden müssen. Spart auch Geld und fordert Kreativität, da ihr Gerichte darum aufbauen könnt.

MEAL PREP
Falls ihr das Mensaessen auch nicht bekömmlich findet und deswegen, oder auch einfach so, noch einen Schritt weitergehen möchtet, könnt ihr am Wochenende euer Essen für mehrere Folgetage vorbereiten, oder am Abend vorher, falls ihr nicht ganz so weit gehen wollt. Dieses Thema verdient allerdings einen eigenen Beitrag samt Rezeptideen. 

Natürlich gibt es noch viel mehr Wege, etwas Organisation in seinen Alltag zu bringen. Falls ihr weitere Tipps und Tricks habt, die eventuell in eine ganz andere Richtung gehen, egal ob simpel oder kniffelig, dann lasst es uns alle wissen. Bis dahin: Stay organised! 

Kommentare:

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  2. Hey, toller Artikel! Wenn du noch mehr zum Thema Meal Prep zu sagen hättest, fände ich das klasse :)

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